Archiv der Kategorie: Nähen

„Für meinen Pantoffelhelden“ oder „Filzhausschuhe reparieren“

Da mein lieber Mann viel unterm Pantoffel steht – äh – in seinen Schluffen unterwegs ist, weist die Sohle durchgelatschte Stellen auf:

Habe beschlossen diese quasi aufzudoppeln. Also noch eine Sohle darauf zu nähen.
Habe auch schon davon gehört, dass manche sich alte Lederhosen auf dem Flohmarkt besorgen und daraus Sohlen schnippseln um sie auf gefiltze Tretter zu nähen.
Ich habe keine Lederreste, dafür aber noch Filzwollreste herumliegen. Deshalb fiel meine Wahl ganz naheliegend auf das Erstellen einer zweiten Filzsohle.
Farblich passend sind die Reste nicht. Ist auch egal. Die Sohle soll nicht hübsch, sondern zweckdienlich sein.
Aus dem Bauchgefühl heraus wurden von mir zwei dieser Dinger gehäkelt:

Anschließend in der Waschmaschine bei 40 Grad gefilzt. Das Ergebnis war nicht passend, ergo noch etwas zu groß. Wieder in die Maschine, diesmal mit einer Ladung 50 Grad Schmutzwäsche. Jede Sohle kam separat in einen Wäschebeutel. Das Ergebnis nahezu perfekt.

Die Sohle etwas in Form geschnitten. Die eckigen Ecken etwas abgerundet.

Mit angezogenen Pantoffeln hat sich Mann auf die aufzunähenden Sohlen gestellt und ist ganz vorsichtig herausgeschlüpft, damit nichts verrutscht. Ich hab mittels einer Stecknadel die ganze Sache fixiert, damit beim Aufnähen die Sohle ihren optimalen Platz beibehält.
Hat super geklappt. Die Sohlen stehen seitlich etwas über. Das ist gut so, denn beim Laufen nutzt sich der Baumwollfaden, welchen ich zum Nähen benutzt habe, nicht ab.
Vielleicht wäre ein dünnes festes Kunststoffgarn eine gute Wahl gewesen. War leider nicht vorhanden. Macht nix.




Im „selben Aufwasch“ wurde gleich noch die sich etwas auflösende hintere Naht gestopft. Hat mich an meine Oma erinnert. Sie hat immer unsere durchgelaufenen Socken gestopft. Mit einem „Stopfei“.


Kommentar einer Tochter zum Ergebnis: Die sehen voll Öko aus!
Macht nix 🙂

Nichts für Landhausstilfans

Ein Faible für einen gewissen Wohnstil bekommt man nicht in die Wiege gelegt. Er entwickelt sich. Ich habe mich, zu meinem jetzigen, Jahr für Jahr vorgearbeitet.
Angefangen als junge Erwachsene mit einer locker unkonventionellen Zimmergestaltung (mehr Wohnraum war nicht drin). Mit der Heirat und dem ersten Kind gings in die Ökoschiene. Viel Holz, viel natürlich und erdig cremefarben. Ein kurzer Abstecher ins Urige, bevor wir im Landhausstil weiterlebten. Dann kam die bunte Phase. Jedes Zimmer in einer anderen Farbe, Vorbild Hundertwasser. Langsam reduzierte sich das Inventar und die Farbgestaltung ging in Zimttöne über. Zum Abstauben gab es nicht viel. Mit der Zeit wurden so nach und nach die Wände wieder weiß, holziges wurde eingeweißt. Nach und nach durften alte Möbel Einzug halten, wurden wieder entfernt, um wieder zu kommen. Diesmal dauerhaft. Die „Weiße Phase“ erhielt Kontrast durch schwarze und bunte Elemente.
Und Heute: Viel weiß, ein bisschen schwarz und viel und viel mehr bunt :).
Boho, Folklore, schwedisch, niederländisch, Individuell mit starker Retroaffinität. Das ist Heute!

So. Nun zum eigentlichen Thema.

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Diese Lampe sah noch vor zwei Tagen…

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… so aus! Landhausfans werden weinen: „Wie konnte sie nur diese schöne…“

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Ich konnte und es hat sooo gut getan!! Jetzt muss sie nicht mehr in einem schwer zugänglichen Winkel ihr Dasein fristen. Nein! Auf dem Fensterbrett in der Wohnküche hat sie ihr neues Zuhause gefunden. Jedesmal wenn ich sie anschaue, freu ich mich an ihrer Buntheit.
Mit noch vorhandenem Lack, vom Einkaufskorb frisieren, besprüht und aus einem alten Bettlackenstoff habe ich ihr einen Überzug für den Schirm genäht. Jup 🙂

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Mein Sonntagstagwerk

Heute habe ich…

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…aus diesem Stoffrest, vom Flohmarkt, diese…

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…Tasche genäht. Und noch eine zweite, total identische 🙂
Hm! Jetzt hapert es an der Rechtschreibung. Wird jetzt im letzten Satz etwas groß geschrieben? Optisch könnte es durchaus der Fall sein. Aber was? Auch egal.

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…aus den ersten geernteten Topinamburknollen vom Garten diese…

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…leckere Suppe gekocht. Farbtechnisch macht sie nicht viel her, auf dem Foto, weswegen ich sie bildtechnisch auch nur angeschnitten habe.
Hm! Gibt es das Wort weswegen? „Weswegen“ liest sich verwegen 🙂
Auch das ist mir jetzt egal.

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…mir diese Utensilien für mein nächstes Projekt schon mal bereit gelegt.
Bin gespannt, wann der innere Startschuss fällt. Oder auch nicht.

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Wünsch‘ euch noch einen schönen Sonntagabend und verschwendet heute noch keine unnötigen Gedanken an den morgigen Montag 🙂

Flowerpower

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Ja Leser, im heutigen Beitrag blüht euch wieder eine Tasche, im wahrsten Sinn des Wortes. Ich nähe gerne. Leider bin ich über den Kissen- und Taschenlevel noch nicht hinausgekommen. Habe die nächste Stufe im „näh-dich-glücklich-Himmel“ noch nicht erklommen. Aber ich bin optimistisch – seit Jahren.
Tja, was würde ich denn sonst noch gern nähen? Außer einem Rock fällt mir da nicht mehr viel ein. Sorry, da habe ich wohl einen sehr beschränkten Nähhorizont. Den würde ich schon gern irgendwie erweitern wollen, so irgendwie halt. Patchwork wäre interessant. Da könnte ich dann Kissen, Taschen… 🙂
Aus alter Bettwäsche ist mein neuester tragbarer Hingucker entstanden. Es ist eine Wendetasche ohne Reißverschluß. Letzteren hab ich noch nicht so drauf. Nähtechnisch.

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Ein Kopfkissen aus dem geblümten Stoff steckt zu 60% in der Tasche. Hurra!! Der ganze Bettdeckenbezug ist noch vorhanden. Material für vier Kissen und weitere drei Taschen, wenn nicht für mehr!

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Den Schnitt und die Anleitung für die Tasche namens „Milly“, findet ihr auf Youtube bei Pattydoo. Sehr empfehlenswert! Vor allem für NähDummies wie mich.

Kurz stellte ich mir die Frage: Ist sie herbsttauglich, oder passt sie besser in den Sommer?
Aber Erdfarben sind nicht auf meinem Radar. Deswegen muß das geblümte Schnittchen mit mir durch den Herbst. Wenn es draußen grau, neblig und kalt ist, ziehe ich mit meiner Blumenwiese unterm Arm durch die Strassen 🙂

Shiboritasche – die Zweite

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Diesmal mit runden Bambus-Taschengriffen. Selbst zusammengestöpselt. Nicht die Griffe. Nein, den Schnitt und das Häkeldingensbummens dran.

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Ganz süüüüß finde ich die Farbkombi von zartem Rose und verwaschenem Blau.
Das Tascheninnenfutter war mal ein Kopfkissenbezug.

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„Hello“, sagt die Tasche und blickt dir tief in die Augen 🙂

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Boholike.
Für das erste Exemplar in dieser Form ist es relativ gut geglückt.

Ja. Und dann wünsche ich euch noch, dass ihr die letzten Sommertage in vollen Zügen genießt. Oder auch nicht 🙂

Die Tasche ist geschafft

Genäht war sie auf zehn Minuten, höchstens.
Aus zwei abgeschnittenen Hosenbeinen (auf Höhe des Knies abgeschnitten) zusammenfabriziert.
So. Jetzt – ich mit Tasche – auf Foto – ohne Kopf 😉 Quasi kopflos.

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Ganz leger hab ich gearbeitet, ohne abmessen, ohne gerade Kanten zu schneiden. Praktisch das unsymetrische zum Motto gemacht. Für mich sieht sie sehr lässig aus. Ein anderer mag die Hände über den Kopf zusammenschlagen und mir mangelnde Nähfertigkeiten zuschreiben. Dem kann ich nicht ganz widersprechen, denn ein Ass an der Nähmaschine bin ich nicht. Aber der „unprofessionelle“ Look ist gewollt.

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Freestyle nähen, bis nichts mehr in der Spule war.

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Da passt viel rein. Hoffentlich füllt sie sich morgen, mit ein paar sehr schönen Dingen, auf der Messe 🙂