Besser spät, als nie

Oder: Ich habe meine ideale Mütze gefunden. Zumindest für die nächsten 28 Minuten 😉
Das war ein Insider. Viele von euch dürften wissen, wovon ich… 🙂
Wenn sensible Öhrchen bei stärkeren Luftmassenbewegungen draussen spazieren geführt werden, erweisen sich die gehäkelten Kopfbedeckungen als nicht ganz optimal. Zumindestens bei mir. Stärkerer Seitenwind findet seinen Weg ins Ohr.
Also. Vom Kaktuskissen nähen ist (auch jetzt noch) Fleecestoff übrig geblieben. Daraus habe ich mir kurzerhand ein Stirnband genäht und mit Wolle und Häkelnadel eine Mütze draus gezaubert. Kein Zug mehr um die Ohren. Zudem sind sie kuschelig warm eingehüllt.
Andere Farbkombinationen werden sicher noch entstehen – irgenwann, spätestens vor dem nächsten Winter.
Mit ein bisschen Grün auf dem Kopf lässt sich der Februar gut aushalten. Eventuell auch noch der März. Aber nur, wenn es unbedingt sein muss, so kältetechnisch gesehen.

 

 

 

PS: Der letzte Faden muss noch vernäht werden

Fundstück für an die Wand

Ein dauerhafter Begleiter von mir: mein Faible für Wandteller. Die zu bestückende Fläche wird rar. Ähnlich wie die Ecken für Lampen. Was soll’s. Man verändert sich ja täglich, minütlich, sekündlich. Kann sein, dass ich in 28 Minuten nicht nur 28 Minuten älter geworden bin, sondern sich in der Zeitspanne eine Vorliebe für eine neue Farbkombi in mir angelegt hat. Könnte sein, dass sich also ein Wandteller farbtechnisch als deplaziert erweist und passender Ersatz her muss. Das Leben ist im Fluss. Also nicht kurzsichtig ins Leben nehmen was gerade erforderlich ist sondern auch jenes, was noch erforderlich sein könnte, in z. B. 28 Minuten 🙂

 

 

Ganz was anderes – finde ich total cool!

Ein kleiner Bahnhof im Wald. Das Bahnhofshäuschen und ein kleines Nebengebäude, verfallen. Am Fahrradständer ein demoliertes, verrostetes Rad. Angekettet seit Monaten.
Zusteigemöglichkeit zur Regionalbahn. Das funktioniert.  Dieser Bahnhof würde sich nächtens wunderbar als Drehort für einen sehr, sehr gruseligen Film eignen. Habe die Atmosphäre schon mehrfach getestet. 100 Punkte.
Aber es gibt auch Schönes. An besagtem Nebengebäude hat sich ein Sprayer verlustiert. Sehr gelungen, wie ich finde. Sozusagen Graffitikunst angebracht. Seht selbst:

 

 

 

 

 

 

 

Über’s „dabei sein“

Ich bin auch dabei.
Angekommen in einem großen sozialen Netzwerk, auf Instagram. Find ich gut denn, ohne viel technischen Aufwand kann ich meinen Fotokram hochladen. Ganz einfach.
Und dann aber die Sache mit den Followern, dem Verfolgen, auf der Spur sein.
Nach dem Motto „wie du mir, so ich dir“ wird vielfach gefolgt. Menno! Und ich dachte es wäre eine fortschrittliche Plattform. Ist ja teilweise wie auf dem Dorf. Grüßt er dich, grüßt du ihn. Grüßt er dich nicht, du ihn dann auch nicht. Folgst du mir, folge ich dir. Und man kann auch entfolgen. Interessant. Ich treffe jemanden auf der Straße und sage „Hallo“ und dann sage ich: „Das Hallo nehm ich wieder zurück“.
Oder sehe ich die Sache zu einfach oder zu verquer? Tja, das soziale Miteinander, eine nie endende Baustelle, schlimmer als der Berliner Flughafen. Der wird ja mal… Beziehungskisten, never and never. Kaum ein Loch gestopft, schon brennt es an einer anderen Ecke. Bitte erfindet doch mal einen zwischenmenschlichen Gefühlsbrandlöscher. Entfolgen, ein irgendwie paradoxes Wort. Entlaufen kann ich ja noch verstehen. Oder entgehen. Gehe ich da erst jemandem nach und dann nicht mehr? Nein, nein, nicht. Diese Wortgedankenspiele machen einen ja kirre. Also entfolgen ist auf Instagram entfolgen. Basta.
Verfolgen oder followern, ein Follower sein ist auch der Wahnsinn. Ich bekomme Minderwertigkeitskomplexe! Ich muss doof sein. Ich kann das nicht, so vielen zu folgen. So zwanzig schaff ich gerade noch, aber Hunderten zu folgen, soviel gibt mein Geist nicht her. Geschweige denn Zeit. Ich müsste Tag und Nacht durchfollowern. Klogehen, nicht mehr möglich.  „Was willst du auf Instagram? Follower sammeln?“ fragte mich jemand. Ich: „Hä? Follower sammeln? Eigentlich wollte ich nur nett Bildchen hochladen, von Dingen die mir gefallen!“ Bin ich ein Paria, Aussätziger, wenn ich fast keine Verfolger habe? Bin ich dann nicht gut? Ein bemitleidenswertes Wesen? Oh Gott! Ich denke mal, das bin ich für viele. Tut mir aber nicht weh. Ich seh es wie ein virtuelles Schaufenster, in welches ich meine Bildchen reinstelle. Ab und an kommt jemand vorbei und hinterlässt ein Herzchen oder auch keins. Wenn es ein paar gefällt, ist es schön. Aber ich bin nicht abhängig. Ich tu es für mich. Fotografiere einfach gern, probier neues aus und schau dann mal. Toll ist ja auch, dass man das Gemecker der anderen nicht hört, das Naserümpfen über etwas nicht sieht. Es gibt kein „Antiherz“. Keinen Daumen nach oben und nach unten. Also Freiraum, sich selbst und nebenbei anderen Freude zu bereiten.