Ein Hoch auf das „männliche Anders“

Des Öfteren höre ich die Frage: „Hast du dein ganzes Wohnumfeld schon eingehäkelt?“
Das konnte ich bis vor wenigen Wochen noch dementieren. Jetzt hat sich die Lage geändert. Das Haus ist dicht bevölkert mit  wolligen Teilen. Nicht raum- sondern hausgreifend. Hängend stehend, liegend… bunt Gehäkeltes, soweit das Auge reicht. Als ich neulich meinen Blick so schweifen lies, ich die bunten Deckchen, gold Behäkeltes, Fransiges an den Fenstern, das ganze Bunt Bunt, den ausgelebten weiblichen Handarbeitstraum, wahrnahm, stellte sich mir plötzlich eine Frage: Könnte ich so gelassen in einem Haus leben, in welchem mein Mann seine Hobbies auch so exzessiv ausleben würde? An den Wänden Kabelstränge, Adapter… Das Sideboard verziert mit Lüftern, Hard- und Software. Bits liebevoll aufgreiht auf dem Küchentisch. Nett drapiert auf einem Computerfachmagazin. Über der Couch eine Japansäge.
Könnte ich nicht!!! Ich würde durchdrehen!! Er nicht. Respekt! Ein Hoch auf die männliche selektive Wahrnehmung!
Werde nie mehr gekränkt sein, wenn er auf meine Frage „Fällt dir was auf (am Raum, an mir)?“, fast panisch rastlos seinen Blick schweifen lässt und meistens erst nach dem „kalt-warm-wärmer-heiß-Verfahren auf die zu beklatschende Neuerung stößt.
Das ist nicht Ignoranz, sondern der partnerschaftliche Freischein für jegliche Veränderung. Ein „Hoch“ auf das männliche Anders! Mein Mann muss so bleiben wie er ist! Seine „weibliche“ Seite darf sein, aber nicht zu stark ausgeprägt. Die Unterschiedlichkeit ist der Beziehungskit.
Werde mal ein bisschen Möbel rücken! Für das männliche Auge nicht sichtbar – Perfekt!

Thematisch andere Baustelle. Macht nix:

 

 

 

Runder Bambustaschenbügel zweckentfremdet

Für eine Zugfahrt bin ich auf Pinterest nach einem überschaubaren, netten Häkelprojekt auf die „Stöber“ gegangen. Fündig geworden und auf der Bahnfahrt nett gehäkelt. Was da am Entstehen war, kam mir so vertraut vor. Die Anleitung dazu war mir sicher nicht bekannt, da sie schwer zu entziffern war. Die hätte sich gerade wegen ihrer optischen fast-Unkenntlichkeit im Oberstübchen abgespeichert.
Und – gestern auf der Couch, beim „in-den-letzten-Zügen-mit-dem-Deckchen-liegen“, das geistige Tadah-Erlebnis! Klar! Das nette Teil habe ich schon mal gemacht. Irgendwie die wahre Liebe. Unter „Bunt und rund“ findet ihr mein „erstes Mal“. Diesmal habe ich einfach die letzte Runde weggelassen und es in einen meiner Singel-Taschenbügel, als an-die-Tür-Hängerchen, genäht.
Nennt man Traumfänger, glaube ich. Blickfänger wäre passender.
Zu mitternächtlicher Stunde fotografiert, da um diese Zeit besonders gutes Licht angesagt ist 😉

 

 

 

 

Girlande/garland – bohostyle

Ein ähnliches Teil, nur geknotet, ist mir in den Weiten des Netzes vor die Retina geflimmert. Da mir die Knoterei zu popelig, fisselig… ist und das Häkeln meine „Number One“ auf der…
Schluß mit dem rumgeformuliere: Girlande gehäkelt. Foto vom Muster kommt unten.
Drei schöne Wollfarben unterschiedlicher Struktur zusammengenommen und als dicken Faden verhäkelt. Zum Fotografieren an eine relativ undekorierte Wand gepinnt. Danke für das Wand-ausleihen, jüngste Tochter! Es ist alles wieder im Urzustand 🙂
Nur in den Töchterzimmern findet sich noch ausreichend freie Wandfläche.
Das fransige Dingens hängt jetzt über der Terrasentür. Von diesem Teil brauch ich noch mindestens eins. Macht einfach Freude, es anzugucken.

 

 

 

 

 

 

Und schon wieder ein Beitrag!

Im Augenblick läuft es. Fast täglich stehe ich auf der Matte. Manchmal denke ich: „Hast ja erst gestern und heute schon wieder?! Vielleicht auf morgen verschieben“. Aber dann denke ich: „Für wen kasteien?! Warum nicht. Wenn’s Spaß macht.“ Solcherart bestärke ich mich. Wenn es mal nichts zu schreiben gibt, dann nichts. Da mach ich mir keinen Kopf. Oke, nach vier Tagen…
Warum schreibe ich jetzt darüber? Das frage ich mich ernsthaft. Hm. Weil ich mich gern mal hinterfrage. Zum anderen will ich mir in Zeiten des medialen Wahnsinns auch meine persönliche Freiheit bewahren. Unabhängig sein. Egal wieviel Besucher auf meinem Blog sind, wieviele mich auf Pinterest oder Bloglovin verfolgen. Aber – das tut dem Selbstbewußtsein schon auch gut. Aber es kann auch schnell vorüber sein.
Der Gedankendschungel ist dicht. Keine Lichtung in Sicht, auf welcher Erleuchtung von oben zu sehen wäre. Also bleibe ich weiter im Unklaren ob des weshalb, warum, wieso.
Nein!! Jetzt habe ich die Erkenntnis: Mir ist es nicht egal, möchte aber dass es mir noch egaler wäre.
Sollte mich jemand nicht verstehen – das muss so sein. Verstehe mich ja selber nicht ganz 🙂
Was ich eigentlich zeigen will: ein zweiter schluffiger Schlaufenbaum ist von der Häkelnadel und den quietschenden Fingern (wegen der ungewohnten Handhaltung) geglitten.