Optimierungswahn

Fast wäre mein Strickstück Geschichte. Nach Wochen des unbeachtet Herumliegens, ist es wieder in Bearbeitung. Ein zweifarbiges Muster. 
Damals, als erst wenige Runden gestrickt waren, stöberte ich auf Youtube nach einer Methode, um zu einem gleichmäßigeren Strickbild zu gelangen. Das war ein Fehler. War ich zuvor nett am werkeln, verging mir der Spaß. Eine neue Fadenhaltung probierte ich, die super logisch war. Ich scheiterte, nach zähem Ringen mit den Fäden, der Wollspannung.
Die präsentierten, gleichmäßigen Strickergebnissen stellten sich nicht ein. Gab entnervt auf. 
Meine vorher gestrickten und heiß geliebten Sachen – aus dem Sinn. 
Jetzt, nach Wochen, ist Gras über die Sache gewachsen. Ich stricke wieder nach meiner alten Methode. Ungleichmäßigkeiten stören nicht, bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Damals saß ich dem Optimierungswahn auf. Hechtet nach etwas, was ich so nie angestrebt hatte. Die gefühlt 1000 angeguckten Videos, über das was sein könnte, raubten mir die Bodenständigkeit.
Puh – zum Glück ist die Kurve gekratzt.  

 

Ein Kommentar zu „Optimierungswahn

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