Archiv der Kategorie: Manch anderes

Endlich aufgegeben

Es gibt solche und solche Zeiten. Ich befinde mich seit Monaten in einer Dauerschleife des Beginnens und nicht Vollendens. Beginne mit einem Projekt, meist kopfgesteuert, in der Hoffnung auf ein gutes Ergebnis. Leider sind zuviele Gehirnzellen involviert und das Herz nur halb. Halbherzig. Reihe um Reihe wird gehäkelt. Der Elan schwindet und die Zweifel am Tun wachsen. Peitsche mich (aua) durch eine stetig wachsende Flut an Flauten bis zu – ja was – dem „point of no return“. Scheiß drauf, denke ich mir. Scheiß auf die verarbeitete Wolle, scheiß auf die investierte Zeit, scheiß auf das Projekt im Ganzen.
Selbst das Auftrennen ist zuviel. Ich befördere es in die Mülltonne. Endlich! Warum nicht schon früher? Zwischendurch flutscht es schon wieder, gelingen auch Projekte.. Dann wieder nicht, dann schon wieder… Wahrscheinlich will eine tiefer liegende Erkenntnis zu mir vordringen und ich schnall es nicht. Steh auf der Wolle – äh – Leitung.
Ahhhh!! Vielleicht ist das die Erkenntnis: Das es so ist, wie es ist und es ist gut so. Ohhh!! Ich bin erleuchtet. Mein Mann hat mir gerade die Tischlampe angeknipst. So einfach. Genial. Einfach den Schalter umlegen. 

Das beige Häkeldingens ruht jetzt im Abfalleimer und das Tannengrünprojekt flutscht schön von der Häkelnadel 🙂









Rüsseltier

Total schönwitziger Kommentar zum vorherigen Beitrag von Claudia:

Besucher kommen, Besucher geh`n.
Dein liebes Rüsseltier wird länger besteh`n:
Drum halt es fest in Deinem Arm,
es macht Dich froh und hält Dich warm.


Danke liebe Claudia! Schmeili, Herzchen, Schmeili 🙂

Punchneedle im Einsatz

Punchnadel vor Wochen gekauft. Ausprobiert auf ungeeignetem Stoff. Hatte mir was in den Kopf gesetzt, was sich als unrealisierbar erwies. Gescheitert. Frustriert zur Seite gelegt und einen Haken darunter gesetzt. Im Netz auf einen, mittels Bemalung zum Wandbehang umfunktionierten, Teppich gestoßen.  Mein Punchneedle-Erweckungs-Moment. Teil aus der unteren Schublade wieder hervorgekruscht.
Erneut ausprobiert und tadah:













Versuch eines unpersönlichen…


…Beitrages. Manche Menschen, die mich nur in der realen Welt kennen, sind erstaunt über mein Geschreibsel hier. Sie hätten mir soviel persönlichen Output nicht zugetraut. Vielleicht vermutet mancher von ihnen ein inneres Defizit, ein anderer Blauäugigkeit im Umgang mit sensiblen Daten, Informationen… Ergo, hab ich ein bisschen nachgedacht über mein Öffentlichkeitsverhalten.
Also. Ich starte einen Selbstversuch. Schreibe hier, jetzt und heute so, dass keinerlei Rückschlüsse auf mich möglich sind.
Los geht es:
Hallo liebe Leserinnen und Leser. Hm. Das „liebe“ entferne ich. Könnte als einschmeichelnd verstanden werden, um die Lesergunst werbend.
Hallo Leserinnen und Leser! Hab mir im Gebrauchtwarenlad – stop – wird gelöscht. Eventulle Rückschlüsse auf meine monitäre Situation, meine Lebenseinstellung und mein Konsumverhalten möglich. Die Tischdecke entferne ich vorsorglich auch noch. Vermittelt ein Bild über meinen Wohnstil.
Umhäkle sie mit einer Borte. Uff – geht gar nicht der Satz. Alle wissen, was ich in meiner Freizeit mache. To much information. Wird ganz deleted.
Mehr Text  – nein! Mit jedem Wort gäbe ich Essentielles preis.
Also mein unpersönlicher Blogbeitrag lautet:
„Hallo Leserinnen und Leser! Habe etwas gekauft“ Hm. Oh Gott! Es sind immer noch Rückschlüsse möglich. Sorry, jetzt muss ich alles löschen aus persönlichen Datenschutzgründen.
Es bleibt nichts. Das ist sehr wenig. Scheiss drauf. Bisheriges Verhalten reflektiert, für gut befunden und weiter in dem Stil 🙂





Nicht R2D2 sondern T4

Vielleicht sind ich und der Mann ein Paradebeispiel für die aktuellen „Lebensmittleren“. Kinder aus dem Haus. Hund ins Haus. Campingbus angeschafft. Andere kaufen sich in diesem Abschnitt Motorräder, trennen sich, legen sich neue Partner zu, ziehen beruflich die Handbremse und machen was in Yoga, Entspannung, Ganzheitlichem… Dem Geldbeutel geht nicht mehr so schnell die Puste aus, da der Nachwuchs ziemlich auf eigenen Füßen steht. Also: Hello Freiheit, was geht?!
Kinder müssen nicht mehr kutschiert werden.  Jetzt wird regelmäßig der Autoersatzteilladen angesteuert, um den Karren am Laufen zu halten. Frisch ist unser T4 nicht mehr. Wollten ein Teil, das unserem Selbst entspricht. Jung war Gestern. Heute sind wir reif. Harte Fakten. Tja, der Lack ist ab. Macht nix – zumindest beim Bus. Mit der Schleifmaschine lässt sich einiges ausrichten. Notfalls wird geschnippselt und neues daran geschweißt. Fast wie im richtigen Leben. Da doktern auch überwiegend Männer an weiblichen Wesen herum, an welchen der Zahn der Zeit nagt. Der ausstehende TÜV für die nächsten zwei Jahre ist in trockenen Tüchern. Pflicht erledigt. Es folgt die Kür, buchstäblich. Der Beifahrersitz wird auf eine Drehkonsole montiert. Ergibt eine zusätzliche Sitzoption nach hinten beim Campen. Aufrecht sitzen auf der Matratze, bisher nicht möglich. Naja, das Alter wird es bringen. Da freut sich Frau ja quasi auf die Osteoporose. Quasi schrumpfen auf…
Miniwaschbecken, kleine Kühlbox, Gaskocher (montiert auf einem autarken, tragbaren Gestell) – fertig ist die Versorgungsstation. Sehr gut angepasst an den nachlassenden Stoffwechsel ab 40.  Da müssen nicht mehr so große Mengen zugeführt werden. Der süße Naschkram verteilt sich gleichmässig über das Auto. Richtiges Beladen ist wichtig 😉 Vorne im Cockpit ein bisschen, hinten neben der Matratze, für den kleinen Hunger zwischendurch… Denke mal, es lässt sich sehr entspannt die Welt erkunden. Fast vergessen: Die Gießkanne zum Duschen muss auch noch verstaut werden 🙂









Der Mensch ist dem Hund sein Floh.



Warnhinweis: Menschen mit einem starken Vermenschlichungstrieb dem Tier gegenüber sollten sich folgenden Text nicht zugute führen. Könnte zu unangenehmen Verhaltensweisen gegenüber Andersdenkenden führen – ergo mir. Machen wir es uns einfach. Ein Vegetarier will ja auch nicht zum Fleischverzehr gezwungen werden.
Es hundelt im Folgenden. Also. Fritzi, unser vierpfotiger Lebensabschnittsbegleiter, welcher seit mehr als einem halben Jahr bei uns logiert, hat sich gut eingelebt. So im Großen und Ganzen. In den Feinheiten lässt manches zu wünschen übrig. Ihr wisst, die kleinen Details können ganz schön pfrimelig sein. Da bedarf es Ausdauer in der Lösung.
Besagter Wuffi mit Migrationshintergrund und anderen eventuell widrigen Erfahrungen kann sehr gut „fiepen“. Nicht immer, aber ab und an legt er diese Platte auf.
Mancher Mensch bezeichnet es als „weinen“. Ich nicht. Hab noch keine Träne über seine Hundebacke laufen sehen. Dieses ans Herz gehende Geräusch drückt beim gesunden Hund (das ist er) eine etwaige Unzufriedenheit oder das Bedürfnis nach verstärkter Aufmerksamkeit aus. Sir (der Hund), ein Langhaardackel-Terrier-Mix, wird rassentypisch ein „übersteigertes Selbstbewußtsein“ zugesprochen. Aus Erfahrung kann ich da nicht widersprechen. Er verleiht seinem aktuellen Unmut über eine Situation lauttechnisch noch zusätzlich Dramatik. Das kommt bei Aussenstehenden sehr gut an, in seinem Sinne und pusht in der Regel durch Mitleidsbekundungen und Streichler seine zarte, knallhart kalkulierende Hundeseele. „Mit dem Arsch nicht ansehen“, komplett ignorieren, so sollte man dieser Hundestrategie begegnen. Ich mache das. Überwiegend. Lasse mich dann doch von der Außenwelt aus dem Konzept bringen und könnte mich im Anschluss selbst in den Arsch beißen. „Der Hund weint“ eine Bemerkung vom Nachbartisch, beim ersten Hund-in-Gastronomie-Ergeignis. Laut fiepte er nicht, aber leise mit einer perfiden Dramatik, welche Steine hätte schmelzen können, wären welche vorhanden gewesen. Mir total unangenehm. Mein Begleiter, Hundeversteher durch das Gucken von Martin Rütters Sendungen, gab mir gleich vielfältige gute Ratschläge. Die Töle zu ignorieren war nicht darunter. Ihm wurden Essenskrümel unter den Tisch gereicht, von ihm. Das ließ er sich gern gefallen. Würde ich mir auch. Entspannennd war dieser Aufenthalt nicht.
Vermittelt wurde mir: Der Hund hat es nicht gut bei mir, weil er ja weinen muss. Und, erziehungstechnisch sollte ich immer eine Hundedecke mit mir führen. Damit Wuffi ganz entspannt darauf relaxen…  Käme mir vor wie in Charlie Braun der Typ, welcher immer seine staubige Kuscheldecke hinter sich herzieht. Meine anfängliche, heroische Aussage vor Betreten des Lokales, unerwünschtes Verhalten von tierischer Seite aus zu ignorieren, lief kompletti aus dem Ruder. Fritzi hat seinen Nutzen daraus gezogen. Eins zu Null für ihn.
Neue Situation: Eingeladen mit Hund. Mit seinem Dackelblick hat er den gesunden Menschenverstand der Gastgeber gekillt. Laue Sommernacht, andere Gäste, leckeres Essen und eine fellige Heulboje zu meinen Füßen. Exhundebesitzer unter den Gästen. „Lass ihn doch den Garten erkunden“. Äh – nein! Mein Hund hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt und seine Bindung an uns ist noch nicht so wasserdicht, als dass ich ihn sorglos umherstreunen lassen könnte. Und – Abenteuer im dunklen Garten mit vielen leckeren Katzenspuren als „Belohnung“ für sein Gewinsele, das ging mir doch zu weit. Ah, diese guten Ratschläge – sie sind sowas für den Arsch (sorry) meistens. Hattest du mal einen Hund, kennst du alle und bist Experte. Ist nicht. Neiin.
Oh, noch eins. Gefüttert wird mein Scheisser nur morgens. Quasi Frühstück ohne Mittag- und Abendessen. Intervallfasten. Tut ihm gut. Und ich koche nicht für ihn. Speise ihn mit banalem Trockenfutter ab. Nix mit Frischfleisch und Extrawurst. Hier entsetzte Blicke seitens anderer Hundebesitzer. Leute, mein Hund kackt in der Regel mindestens dreimal am Tag. Wenn ich ihm noch mehr zu Fressen gebe, komme ich mit dem Eintüten der Kackhaufen nicht mehr hinterher.
So, und jetzt der härteste Umstand. Wir haben im Garten eine vier Meter lange Hundekette. Unser Grundstück ist nicht eingezäunt und wird es auch nicht. Bin ich eine Hundequälerin, wenn ich den Hund mal an die Leine lege? Muss sich der Hund zu jeder Minute frei bewegen können? Nein sage ich. Nach kilometerlangen Spazierfahrten mit ihm, bei welchen er seine Beinmuskulatur ausgiebig trainnieren kann, darf er in seinem Bewegungsradius auch mal eingeschränkt sein. Viele Katzen durchqueren unseren Garten und alles, was katzentechnisch draußen unterwegs ist, dürfte nach Hundeansicht zu Frikase verarbeitet werden, sag ich mal drastisch. Den Katzen und mir zuliebe kommt er an die undurchbeißbare Leine. Dem Hund soll es gut gehen, aber mir und meinen Bedürfnissen auch. Ich will in keinem ausbruchsicherem Gehege leben. Lange Spaziergänge und Radtouren erfüllen auch das tierische Bedürfnis nach spannenden Düften… Ich hab auch nicht die totale Narrenfreiheit. Warum sollte mein Hund sie haben. Und dann auf meine Kosten. Nö.
Summasumarum ist der größte Stressor in den ganzen Begebenheiten  nicht Fritzi, sondern das menschliche Beiwerk. Es piesackt meinen Hund und mich mit seinem Verhalten. Die Weisheit habe ich auch nicht mit dem Löffel gefressen. Ich laviere mich von Situation zu Situation und versuche vernünftige Pläne zu schmieden und diese konsequent durchzuhalten. Mal klappt es besser, mal…
Der Mensch ist dem Hund sein Floh 😉 Vielleicht sogar ich bei einem anderen Hundebesitzer. Ich kann für nichts garantieren… 🙂