„Einfach mal…“ mit Holz und Farbe

Wie sagte gestern mein Mann, als ich mitten in der „Farbe auf das Holz klecksen Aktion“ aktiv war: „Ein guter Handwerker überprüft vor dem Arbeitsbeginn, ob alle nötigen Materialienvorhanden sind und nicht erst wenn er bereits am Werkeln ist“.
Tss, so ein Vorgehen ist ja langweilig. Gähn. Also. Ich fang einfach mal an und denke mittendrin: „Mist, ich brauche ja einen dünnen Pinsel, oder dies, oder jenes“. Ja ein geplantes Vorgehen würde manches erleichtern, aber bei mir auch manche Idee im Keim ersticken. Jetzt oder nie – später is nicht. Ich leg also ein bisschen ohne Sinn und Verstand los und komisch, komisch, oft entsteht etwas Brauchbares. Was fehlt, wird improvisiert. Genau das ist der Punkt für mich. Dieses „Fehlen“ bringt Spannung in ein Projekt. Ein strukturiert nach festem Plan Agierender würde eine mittlere Krise schieben, falls Essentielles nicht zur Hand wäre. Ich und sicher einige mehr von euch beginnen eher mit dem kreativen Suchen nach einem adäquaten Ersatz für das Fehlende. Dieser Prozess ist überwiegend spannend und lässt Raum für Überraschungen. Selten veranlasst er zum fluchen. Das Unvollständige, Ungeplante ist der Motor für kreatives Schaffen, ganz nah bei einem Selbst.
Einen fertigen Bausatz arbeite ich ab. Hat auch seine Qualität. Beim Improvisieren wecke ich mein kreatives Inneres.
Ach, was für eine Lobhuddelei auf chaotisches Tun 🙂 Geplantes und durchdachtes Arbeiten ist natürlich manchmal unabdingbar. Einen kreativ operierenden Arzt nach dem Motto „Hm, kein Skalpell vorhanden“ oder „Spontan hab ich Lust auf eine zusätzliche Nierentransplantation“ wünscht sich auch keiner.
Also. Beides ist wichtig. Mal Streber, mal coole Sau.
Immer geradlinig auf der Lebensautobahn dahindüsen, ohne einen Umweg, ein Abfahren auf eine gemütliche, sehenswerte Nebenstrecke wäre ja auch fad. Zumindestens für mich 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5 Gedanken zu „„Einfach mal…“ mit Holz und Farbe

  1. Total schön ist das geworden!!

    Ach, ich hab‘ im Augenblick des Werkelns auch keinen Blick für das Drumrum *g*
    Es zählt das Ergebnis 🙂

    Und du inspirierst mich gerade, die Sonnenblume auf einem langen schmalen Brett umzusetzen, die mir schon länger durch den Kopf spukt *g*

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