D wie Dienstag oder Diebesbande

So ein Dienstag kann schon immens spannend sein. Dienstag Vormittag auf dem Land idyllisch und schön. Denkste. War einmal oder war es das noch nie?!
Also. Heute bringe ich ein bisschen Crime in meinen Blog. Schurken, Ganoven und zwei nette Polizisten halten Einzug. Weitere Protagonisten sind meine Wenigkeit und meine jüngste Tochter.
Zurück von einer Einkaufsfahrt mussten meine Wenigkeit oder Vielfalt, kommt auf die Betrachtungsweise an, feststellen, dass in unserem Haus Schränke und Schubladen offen standen, die beim Verlassen des Hauses noch verschlossen waren. Nicht sofort waren die kleinen Veränderungen zu erkennen. Der Flur war normal, in der Küche zwei Schubladen geöffnet und ein Behältnis, welches seit Jahren nur ein dunkles Schrankdasein fristet, hatte den Weg auf die Anrichte gefunden. Unser Anfangsverdacht fiel auf die Katze.
Katze allein zuhaus – da ist viel möglich. Kann unsere Vierpföterin Schränke öffnen und Diverses entnehmen? Nö. Sie zählte nicht mehr zum Kreis der Verdächtigen.
Komisch. Auch im Wohnzimmer eine Schublade nicht ganz geschlossen, eine Dose auf der Kommode, wo sie nie stand. Die Erleuchtung kam im Schlafzimmer. Die Matratze war an einer Ecke etwas angehoben worden. Jetzt ging mir endgültig ein Licht auf. Hier waren Wesen am Werk, die normalerweise oder doch nicht das Tageslicht scheuen, im allgemeinen sehr menschenscheu und auf leisen Pfoten – äh – Sohlen unterwegs sind. Ergo Einbrecher. Bei uns haben sie sich ihren illegalen Weg über die Kellertür gebahnt.
Ach nee, dachte ich mir, das passiert doch nur im Fernsehen. In den Krimis, welche ich mir gern angucke. Unter die Matratze gucken, och neee Leute. Gehts noch?! Ich dachte das wäre immer unterstes Krimiklischee. Da bin ich jetzt eines besseren belehrt worden.
Es waren zum Glück humane Klauer, Langfinger. Sie haben nichts zerstört und nur diverse Schränke, Schubladen, Taschen und alles was wie ein potentieller Bargeldaufbewahrungsbeutel aussieht, geöffnet. Und – sich die schmutzigen Schuhe nicht ausgezogen. Ganz ohne Beute sind sie nicht verschwunden. In den Zimmern der Töchter haben sie sich alles gegriffen was golden glänzte. Zu 99% Modeschmuck. Nur eine Uhr im Wert von etwas über Hundert Euro hat sehr zum Leidwesen meiner Jüngsten den Besitzer gewechselt. All die netten Kettchen und Ringe, die das Herz erfreuten – futsch.
Der einzige Trost ist, dass es viel viel schlimmer hätte kommen können.
Nach einigen Überlegungen habe ich die Polizei informiert, dass räuberische Zweibeiner unterwegs sind. Nur so wenig Aufhebens wie nötig, dachte ich mir. Der monitäre Schaden ist ja sehr übersichtlich. Kurze Zeit später standen dann zwei nette Polizisten vor unserer Haustür. Wegen mir hätten sie nicht vorbeikommen müssen. Sie waren sehr nett, haben sich alles angeguckt, notiert und fotografiert. Die Vermutung liegt nah, dass es sich um osteuropäische Bandenkriminalität handelt und dass die Schurken jemals gefasst werden ist unwahrscheinlich. Kann ich verstehen.
Meine Tochter und ich waren inzwischen als Tatortreiniger im Haus unterwegs. Alles ist wieder sauber. Für meine Psyche, habe ich mit diesem Beitrag wieder für Ordnung gesorgt.
Mein Fazit: Unser kreativer alter Krempel, welcher in vielen Augen als wertlos gilt, bereichert mein Leben ungemein, erschwert aber Langfingern ihr Dasein.
Yeahh, gerade eben wurde meine Wollbestellung geliefert. Zum Glück hat sie der Bote nicht während unsere Abwesenheit vor der Haustür abgestellt! Dieser Verlust wäre wirklich fatal gewesen 😉

5 Gedanken zu „D wie Dienstag oder Diebesbande

    1. Passiert ist passiert. Ich halte mir vor Augen, dass wir Glück
      im Unglück hatten. Abends habe ich mir dann noch ein kleines Schnäpschen
      genehmigt, zur besseren Verdauung 😉

  1. Puh! Was für ein Schreck! Puh! Nicht ganz so schlimm wie hätte sein können! Mein Mitgefühl hast du. Auch wenn Du so locker schreiben konntest, die Sache wird Dich sicher noch ein Weilchen beschäftigen.

    1. Ja, wenn Unwahrscheinliches plötzlich Realität ist, man selber
      betroffen ist, das ist erst mal gewöhnungsbedürftig. Aber die Erde
      dreht sich weiter und demnächst scheint hoffentlich mal wieder
      die Sonne 🙂
      Und darüber reden ist sehr hilfrreich. Und darüber schreiben auch 🙂

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