Archiv für den Monat: November 2021

Ich muss es mir von der Seele schreiben

Dieser Beitrag geht noch nicht humorvoll. Der nächste wird wieder anders. Es soll sich die Waage halten in dem Wahnsinn. Ich verzichte seit Tagen auf Nachrichten jeglicher Art. Musste die Reißleine ziehen, nachdem es anfing mich um den Schlaf zu bringen.

November in Bayern:

Geimpfter Patient äußert in einer Praxis große Bedenken hinsichtlich des Umganges mit Ungeimpften. Er arbeite in einer öffentlichen Behörde und es mache ihn betroffen, wenn er sehe, wie diese schikaniert werden.

Aussage einer Angestellten in einem Büro: Den Ungeimpften soll man das Teststäbchen bis ins Hirn schieben.

Allgemeinarzt, der Impfungen durchführt, äußert in einem Patientengespräch, dass er kein gutes Gefühl dabei habe.

Ich fühle mich an meiner Arbeitsstätte durch den Testablauf, unter strenger Beobachtung und vor den Augen aller Kollegen, gedemütigt.

Eine Ortsversammlung in meinem kleine Dorf durfte nur von Geimpften und Genesenen besucht werden.

Wo endet dieser Wahnsinn? Es graust mich, wenn ich die Unmenschlichkeit untereinander erlebe.


Volle Kanne

November 2021 in Bayern:

Arbeitgeber: „Ich darf Sie nicht fragen ob Sie geimpft, genesen oder getestet sind. Sie müssen nicht antworten.“
Arbeitnehmer: „Tja, dann sage ich nichts.“
Arbeitgeber: „Dann muss ich Sie jetzt nach Hause schicken, ohne Lohnfortzahlung.“

Dreifach geimpfte junge Frau darf ihre geimpften Eltern, nur mit einem Negativtest besuchen. Die Eltern wollen es so.

Junge ungeimpfte Frau besucht ihr Großeltern. Sie muss Maske tragen. Sie hat sich vorher getestet, mit negativem Befund. Ihr Opa will einen Beleg davon sehen. Sie zeigt ihm das fotografierte Ergebnis des Selbsttestes. Er moniert, dass auf dem Foto kein Datum angegeben ist.

Testpflichtige Arbeitnehmer müssen früher am Arbeitsplatz erscheinen, um sich zu testen. Die Zeit der Testung wird nicht als Arbeitszeit gerechnet. Das Aufsichtspersonal, also Arbeitskollegen, welche die Testung überwachen, werden entlohnt für die Zeit.

Also – „Volle Kanne“ hier im Maggusland 😉

Ich bin entdeckt worden!

Endlich ist jemand auf mein schauspielerisches Talent aufmerksam geworden. Glaubte ich doch mein Spiel mit Wort, Mimik und Geste sei vorbei nachdem ich nach vielen Jahren mein Mitwirken in einem Improvisationstheaterensemble dieses Jahr an den Nagel gehängt hatte. Von wegen! Ich wirke an einer internationalen Blog-Buster-Produktion mit. Keine tragende Rolle, eher als schmückendes Beiwerk. In der Statistenrolle muss ich viel schweigend herumstehen. Für mich findet der ganze Dreh im Außen statt, bei Schnee, Regen, Sturm und Kälte. Schauspielerisch sind Emotionen von Betroffenheit, Angst, Wut und Trauer gefordert. Aber es ist machbar. Wenn man sich in die Szene hineinfühlt, entwickeln sich die Gefühle von ganz alleine. Stellt euch einen vollen Saal mit vielen Menschen vor. Es wird gegessen, gelacht und getanzt. Ihr habt die Rolle, von außen, bei einem Unwetter, mit platt gedrückter Nase an der Fensterscheibe das bunte Treiben zu beobachten. Ein Aschenputtelfeeling macht sich in euch breit. Fragt ihr euch, um welchen Film, welches Genre es sich handelt? Tja, das weiß ich auch nicht so genau. Irgendwas Geschichtliches, mit Satire und Sciencefiction oder so. Könnte auch Richtung Krimi tendieren. Der Titel lautet „Der große Durchbruch“. Hm, oder war es „Der große Zusammenbruch“? Egal. Einfach nur toll, an so einem Projekt mitzuwirken, ein Teil davon zu sein. Einige Details vom Geschehen darf ich euch verraten, euch etwas teasern, spoilern. Also ich stelle eine Frau aus einer kleinen Gruppe dar, die von vielen nicht gemocht wird. Es kann sein, dass ich am Ende des Films von den Zuschauern Mitleid bekomme oder allein, verstoßen und traurig bis ans Lebensende vor mich hin sieche. Der Regiseur plant glaube ich letzteres.  Beim Casting wurde ich vorgewarnt, dass ich auch etwaige Schläge, Tritte, lautstarke Beschimpfungen aushalten müsste. Null Problemo, ich bin nicht aus Zucker. Eine Szene kann ich euch beschreiben. Also, mehrere von uns stehen auf einer Wiese herum. Manche müssen bunte Fahnen in Regenbogenmuster schwenken. Nach Regieanweisung sind wir friedlich, müssen uns aber bewusst sein, dass wir zugleich das Böse verkörpern. Puh, ganz schön tricky in der Darstellung. Während wir Bösen so friedlich herumstehen, kommen ein paar Gute. Die Guten erkennt man daran, dass sie schwarz angezogen und vermummt sind. Meistens sind diese Darsteller noch minderjährig oder kaum älter. Diese Guten müssen gegen uns Böse kämpfen, indem sie uns lautstark beschimpfen und mit Gegenständen bewerfen. Die Polizei beschützt sie dabei. Fast wie im Krimi. Toll nicht war. Gefährlich wird es immer in den Szenen, wenn jemand hustet. Da kommt dann ganz großes Kino. Aber psst, ich darf nicht zuviel verraten.