Archiv der Kategorie: Manch anderes

Dear Martina:

Deine Nummer hab ich verschusselt. Haben sie doch ausgetauscht oder auch nicht. Egal. Der Vogel ist gelandet – das Paket ist angekommen – Hurra. Hatte schon ganz vergessen… und dann – Bäm! Die Postbotin lies uns deinen Wunsch, nach einem Foto beim Auspacken, wissen. Sach mal, du kennst ja auch Gott und die Welt – sogar Papierausträger in der Pampa.
Also: Dankeschön – Herzchen – Herzchen – Schmeili – Blümchen – Wundertüte!! Freu, freu!! Wir sehen uns sicher irgendwann dieses Jahr, beim Kruschen im Secondhandladen, wieder. Sure.
Und jetzt „Ich“ für dich geschnappschußt beim Auspacken des Wollüberraschungspaketes:




Moduswechsel

Nicht mehr ratzifatzi sondern halt das Gegenteil davon. Schön slowly, sozusagen. I do it langsam. Mehr Gedanken dazu mache ich mir nicht. Weniger denken kann auch ganz entspannend sein. Schöner Nebeneffekt in den mittleren Jahren. Wenn die weiblichen Hormone in den Keller sinken, der Damenbart zu sprießen beginnt und eine entspannte (nicht immer, aber manchmal schon öfter) männlich angehauchte Sicht sich in einem breit macht. Jetzt im Augenblick zumindestens. Was Morgen ist – keine Ahnung. Klingt doch recht maskulin.
So. Ganz Cowboylike schabe ich mir ein paar üppig sprießende Härchen von der Oberlippe. Ich habe sie bisher glatt übersehen. Bin doch nicht doof und setze mir immer die Lesebrille auf die Nase, bevor ich in den Spiegel gucke. Das Älterwerden macht es einen auch leicht und legt einfach einen Weichzeichner über die Augen. Einer scharfsichtigen Tochter ist meine Veränderung der Gesichtsbehaarung aufgefallen. Ihr zuliebe schabe ich jetzt ein paarmal zwischen Nase und Oberlippe herum. Lasse den Bart auch schon mal ein paar Tage länger stehen. Sieben-Tage-Bärte finde ich total sexy. Jetzt auch an mir. Irgendwann hat sie sich daran gewöhnt und kennt mich nur noch mit Bart. Cool nicht wahr?! Und voll männlich entspannt 😉

Die Farben meines jetzigen Häkelprojektes sind nicht ganz gewöhnlich für mich. Klar! Eine Tochter hat die Wahl getroffen. Wird in hoffentlich naher Zukunft ein Kissen für ihre Wohnung. Bei mir überschlägt sich die Buntheit. Und kein Ende in Sicht. Never and never and neverever 🙂
















Habe ich schon so lange nicht mehr gemacht: Wünsche euch einen schönen Sonntagabend 🙂

Beam me up…


… oder beam mi woanders hin. Jetzt nicht, aber der Moment kommt sicher wieder. Augenblicklich versuche ich mich im Selbstsezieren äh Selbstreflektieren. Warum überkommt mich der Drang, hier mal mehr oder weniger ausführlich, meine Woll- und Lebensangelegenheiten auszubreiten? Also, im realen Leben übersehen viele, dass ich neben sehr guten Zuhörohren auch noch einen Sprechmund habe. Dieser kann Sätze mit mehr oder weniger verständlichen Inhalten bilden. Das checken manche nicht. Gattung Labertasche.
Taschen find ich ja schön. Wenn sie locker an einem dranhängen. Befüllt mit allerhand Nützlichem, begleiten sie angenehm so manchen Ausflug, Reise… Die Labertasche allerdings hängt an mir dran wie ein Zentnersack Mehl. Prall gefüllt mit Worten über das eigene Taschensein. Wiegt schwer und ist dauernd am Kreisen um sich selbst. Nur manchmal hält sie inne und startet einen Kommunkationsversuch mit mir. Stellt mir eine Frage. Ich antworte freudig. Yeah, denke ich, die ist doch nicht so ein Spruchbeutel. In der steckt doch noch was anderes drin. Und dann habe ich zum Beispiel gesagt, dass ich mir ein neues Buch gekauft habe. Ich mich darüber freue, dass es so schön ist und dann sagt die, ihr wisst schon wer, dass sie ein Buch habe das der absolute Renner ist, welches ich unbedingt lesen muss. Das so toll ist. Sie hat somit mein schönes Buch kleingequatscht, bis es nicht mehr vorhanden war. Sie hat mich und mein Büchlein einfach weggesteckt, eingesackt. Puff.
Labertaschen hängen auch an der Strippe, am Telefon. Pst, nicht weitererzählen: Ich halte manchmal den Hörer ganz weit weg von mir, zähle bis drei, aber ganz langsam, brumme dann ein „hm, aha“, strecke den Hörer weit weg, zähle bis drei…
Die sicherste Methode, um von diesem Gelabbere loszukommen ist, ganz brutal ins Wort zu fallen und von sich zu erzählen. Hilft immer. Ist wie ein gutes Mückenspray. In null komma Nix muss das Gegenüber nämlich Schluß mit Quatschen machen weil, weiß der Geier was. Jetzt wisst ihr warum ich hier schreibe: Ich will ja auch nur mal zu Wort kommen!!! 🙂

german crochet blog

Mit dieser Überschrift liege ich immer richtig. Quasi die Notfalllösung für fehlende Einfälle.
Und sonst? Ups – ich stelle mir schon selber Fragen! Crazy! Ja, Jutta, ich habe mal das Wollpaket abgelichtet. Spontan dachte ich mir: Hä? Wer hat das bestellt? Ich? Ja, wird sonst kein anderer gewesen sein. Die aktuelle Mond- und Hormonlage nicht berücksichtigt und schon kommt sowas heraus. Jetzt möchte ich lieber buntbunt mit frischen Farben. Tja, da muss ich durch und gut kombinieren 😉




Man entwickelt sich

Wenn ich mich hier so angucke, wie es jetzt häkeltechnisch läuft und was vor Jahren alles entstanden ist, entdecke ich Veränderung. Nie für möglich gehaltenes ist Realität. Tadah, ich kann länger an einem Stück häkeln. Muss nicht mehr in 5 Minuten fertig sein. Wahrscheinlich gehen mir die Ideen aus und ich brauche langfristige Dinger, um mich daran festzuhalten. Wie eine Ertrinkende klammere ich mich an Tapestrykissen. Nur nicht loslassen sonst gehe ich unter oder so. Absaufen in der was weiß ich. Farbtechnisch rückt das Pastello in den Hintergrund. Die Buntigkeit bleibt, nur in Retrofarbtönen. Tja schwer vorzustellen. Habe mir frische Wolle bestellt, sorry, frische Plastikfädenpäckchen. Wenn die eintrudeln, dann knipse ich sie und ihr dürft einen Guck machen. Wahrscheinlich. Also wenn ich dazu komme. Also, kann sein, dass ihr ein Foto seht. Ich geb mir Mühe oder auch nicht. Je nach Tageszeit, hormoneller Lage und tausend anderer belangloser Faktoren treffe ich eine Entscheidung euch zu informieren oder…
Ihr kennt mich ja inzwischen. Nicht alle, aber ein paar werden mir hoffentlich in den Jährchen die Treue gehalten haben. Natürlich dürft ihr jederzeit fremdgehen. Das Verzeih ich euch. Da bin ich total tolerant.
Kann auch sein, dass ich mich mit etlichen auseinander gelebt habe – Mist, die lesen das ja gar nicht mehr. Sind ja schon über die virtuellen sieben Berge – auch oke. So ist das Leben. Mit dem ersten Klick haben wir uns ja nicht aneinander gekettet. Wenn mal eine Beziehung in die Brüche geht, dann ganz unbemerkt. Tut nicht weh und hinterlässt keine Narben. Ein Modell für die Zukunft. Männlein und Weiblein vermählen sich und leben ihr gemeinsames Leben nur noch virtuell. Nix mit gleicher Küchen- Bad- und Schlafzimmernutzung. Das erleichtert vieles. Ich spreche aus Erfahrung. Ich stehe quasi mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen irgendwie in Kontakt. Es läuft total gut. Ich laber so rum, wie es mir gefällt, zeige euch was ich zeigen will und ihr hört zu und guckt euch an. Alles ohne Meinungsverschiedenheiten und Herumdiskutiererei. Ganz easy. Nur manchmal ist es etwas eintönig. Nicht oft, eher selten. Dann heule ich leise vor dem Laptop in mich hinein, gehe ins Badezimmer, werfe vor dem Spiegel Goldkonfetti über mich, zwinkere mir zu und die Welt ist wieder voll in Ordnung.

Ich kann euch ja viel erzählen 😉 denn wir leben in einer virtuellen Beziehung. Die schalte ich jetzt auf standby. Für ein paar Stunden, Tage, Wochen… Also bis zum nächsten Rechner hochfahren. Wir lesen uns – äh -ihr lest mich 🙂