Beitragstechnisch ist mir heute nach etwas Persönlichem. Internet und „persönlich“ nicht zwingend ein Widerspruch. Ich vermenschliche meinen Laptop. Ich gebe ihm einen Namen. Hmmmm… Ah! „Franz-Josef“! Total klischeefrei 😉 Streichle ihm mal sanft über die Bildschirmkante. Habe so eine tiefe Beziehung zu ihm aufgebaut. In nullkommanix! Seine Aufmerksamkeitsspanne ist immens. Total aufnahmefähig für mein Geschreibsel. Das macht ihm so schnell kein Zweibeiner nach. Franz-Josef sülzt mich auch nicht viel mit seinen Belangen zu. Ein kleines Update zwischendurch und gut ist mit ihm.
Ich führe jetzt ein ganz persönliches Gespräch mit ihm:
„Also Franz-Josef, weißt du, die Scheibe von meinem Auto ist fast gar nicht mehr von Fliegenschiss und den dazugehörigen Ausscheidern bedeckt. Kein lästiges Einweichen und Waschen mehr. Bei dir ist ja auch alles tipitopi. Kein Fleckerl auf deinem Face – Bildschirm. Du, das hat sicher was mit dem Insektensterben zu tun. Meinst auch oder?! Schlimm, schlimm. Und apropos Tiere und so. Ich hab von jemandem gehört, dass er – er wohnt an einer Straße mit Ampel – immer nachts die Viecher aus dem Transporter schreien hört. Gell Franz-Josef, das ist ned schön. Die arme Sau. Nicht du Franzerl. Darf doch so zu dir sagen. Sind ja ziemlich persönlich unterwegs mir zwei. Is schon ein Elend. Nicht das mit uns zwei! Ich mein des mit den Viechern und so. Apropos Viecher, hat ned so ein „Saubangert“, so ein Depp so ein Gselchter, meiner Ältesten im Supermarkt ihr Handy geklaut. Also Franzl, sowas hätt es nie und nimmer in einem Tante Emma Laden gegeben. Heutzutage wird ja alles immer größer und anonymer. Das Gute dran ist, dass das Handy wieder aufgetaut – äh – aufgetaucht ist. Da kommst du nie drauf! In der Gefrierkühltruhe vom Supermarkt! Gell, sowas ist schon allerhand.“
Ich streichle dem Franzl wieder sanft über die Bildschirmkante.
„Du Franzl, jetzt erfahrst du was, des bleibt aber unter uns. Hat mich gscheid geärgert. So ein Häkelflitscherl äh, Häkelmagazin hat bei mir angefragt, ob ich eine Anleitung fürs Hefterl machen will. Dirridari, Geld wär da ned viel drin. Hab mit denen den Höchstsatz ausgehandelt. Du, ich glaub meine 150 Euro Honorar, für eine fertige Anleitung samt Fotos und Wolle aus meinem Wollkruschelschrank, hat denen das Genick gebrochen. Gell, des war nicht zuviel verlangt?! Die hab ich ned auf dem Gewissen?! Quasi aus die Maus mit dem Hefterl. Die ham schon gewusst wie der Hase läuft. Einen Haufen Geld hams für ihr Ausgabe verlangt. 9,99 Euro für so ein Heft. Und zahlt hams einen Hungerleiderlohn an die Weiber, die für sie gehäkelt und geschrieben ham. Und weißt noch was, ich Depp hab mir was schönes für die Dschamsterer überlegt und gehäkelt und fotografiert und hingeschickt und dann hör ich lang nix mehr und dann hab ich nachgfragt und doch was ghört, nämlich dass es mit ihnen den Bach nunter geht und ich auch kein Geld ned seh. Pech ghabt, hätt ich quasi.
Um die ist es ned schad! Gell Franzl, da gibst du mir auch recht?!“
Zärtlich blase ich dem Franzerl ein paar Kuchenkrümel aus der Tastatur. Denn ein Gespräch unter Freunden ist bei Kaffee und Kuchen immer besonders schön 🙂
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Teilchenbeschleunigung
Interessante Überschrift. Bewusst kein englisches Wort in der ersten Zeile. Ich packe mich selber am Schlafittchen. Lächle ich doch des Öfteren recht süffisant über englische Begrifflichkeiten, welche ganz banale Alltagsdinge in höhere Sphären hiefen sollen wie z. B. Store – Laden, Facility Management – Hausverwaltung, Service Point – die gute alte Auskunft. Und wie titulierte ich mein letzten Beiträge? Magic monday, slow crochet, brain, outsourcing. Ups! „Teilchenbeschleunigung“ eröffnet eine neue, bewusstere Ära in meiner headline – ups – Überschrift. Och menno. Headline hört sich so nach „Times“, global bussines an. „Überschrift“ nach einem Aufsatz in der vierten Klasse. Ich bleibe hart: Überschrift ist Überschrift.
Was verbindet nun also das Obendrübergeschreibsel mit meinem Inhalt, einer fast fertigen Häkeltischdecke? Nichts. Ich mache einfach etwas ganz, ganz Alltägliches. Ich kündige etwas an und liefere etwas ganz anderes ab. Quasi usual business – sorry – Alltagsgeschäft in manchen Sparten. Und was interessiert mich denn mein Geschwätz – äh – Geschreibsel von gerade eben! Mögliche Varianten für folgende Übeerschrifffften (sorry – äh – Entschuldigung, diese ständige Wiederholung geht mir schwer von der Hand, deswegen eine kreative Rechtschreibreform auf die Schnelle): Atomkraftwerk, Dieselskandal, Weißwurst, Reihenhaus, Bierzelt…. Ein weites Feld eröffnet sich mir mit der good old germany Überschrift 😉







magic monday
Die Überschrift passt irgendwie nicht zum Thema, aber was anderes fiel mir einfach nicht ein. Tja, vielleicht ergibt sich im Lauf des Schreibens noch eine Möglichkeit etwas Magisches einfließen zu lassen.
Und noch vorab: Für Ästheten ist dieser Beitrag nicht geeignet, auch nicht für Feingeistige. Ich widme mich dem „tödlichsten Tier Deutschlands“, laut eines Internetartikels (hyper, hyper), der Zecke. Diese Viecher sind heuer besonders scharf auf mich. Sechs Stück hingen bereits an mir. Und eine war besonders dreist. Sie machte an meinem Dekolleté herum. Hilfe, ein übergriffiges Ding! So ein Schwein!
Alle eingesammelt, in meinem Garten. Es gedeiht sehr üppig, grünes und krabbelndes. Ich lasse mir mein Lieblingsreich doch nicht von solcherart kleinen Blutsaugern vermiesen! Hab mich schlau gemacht, wieder im Internet. Sollte mir das zu Denken geben? Nein. Laut eines Tierarztes ist Kokosöl bei Hunden und Katzen sehr hilfreich. Angeblich würden sich 88% der Krabbler entsetzt abwenden. Also, was sonst in der Bratpfanne landet, wird jetzt auf meinem Body verteilt. Die Ohren und das Fell sollten eingerieben werden. Wuff. Meine Beinbehaarung ist, der sommerlichen Zeit geschuldet, sehr kurz. Macht nix. Ich salbe mich mit Kokos. Ein Tüpfelchen in die Haare und ich rieche wie eine asiatische Imbißbude. Kleidertechnisch versuche ich auch alle Schotten dicht zu machen. Presse mich in eine Legging, Socken an die Füße und gut hochziehen. Fühle mich wie eine Fashionista. Langärmeliges Oberteil und einen Bauch- und Hintern- und Oberschenkelschmeichler darübergestretcht. I proudly present: Bavarian Presswurst. Ach, was soll’s. Ich bin gerüstet und marschiere in den Garten. Rein zwischen die Stauden, gucken ob was an mir hängt, rein zwischen die Stauden, gucken ob was an mir hängt, rein… Fast meditativ, dieser Rhythmus. Werde fündig! Ohh jaaa – äh – ohh neiiiin. Zähne zusammenbeißen und weiter arbeiten. Nur nicht kleinkriegen lassen. Nicht dass sich die Größenverhältnisse umkehren: Die Zecke, gefühlt so groß wie ich und ich so klein wie das Mistvieh.
Nach dem Gärtnern ab in die Dusche und anschließend noch einen Bodycheck. Mit dem Vergrößerungsspiegel diverse, schwer einsichtige Hautpartien kontrollieren. Nicht schön das Prozedere. Jedes Fältchen wird zum Grand Canyon. Manche Körperregionen müssen angehoben werden, um das unten drunter zu sehen. „Du gehörst zu mir, wie der Name an der…“ summe ich beim Hüftspeck lupfen.
Werde jetzt einen Laden aufsuchen um meine Kokostrategie stringent fortzuführen. Kaufe mir Kokosschnaps für die innerliche Anwendung und eine Kokosschnitte mit Schoko für meinen Bauchspeck und mich. It´s Magic 🙂
Häkelkram outsourcing
Die Hütte ist fast voll. Erobere neues Terrain zum Behäkeln – den Garten. Ungehemmt lasse ich meiner Farbfreude freien Lauf. Vorher noch etwas gebremst, aber seit die Töchter alle ausgezogen sind, wandelt sich der Garten vom Familien- zum individuellen Außenraum. Buntes Schnickeldi, mal hier und mal dort. Werde das nette Gedöns für euch meine lieben Leser und Leserinnen mal knipsen.
Aber da gibt es doch noch einen Mann? Jawoll! Der tummelt sich mit mir im Outdoorbereich. Einer, der meine ganzen Spleens einfach so mitmacht und Gefallen daran findet.
Ihn habe ich im Alter von 20 Jahren kennengelernt und nach einem dreiviertel Jahr waren wir verheiratet. Ganz unkompliziert, ohne zu müssen, freiwillig. 29 Jahre durch dick und dünn und mir sind noch nicht die Füsse mit ihm eingeschlafen 🙂
Er bestärkt mich in meinem Tun, so wie ihr meine lieben Kommentatorinnen. Danke euch!
Der pastello Häkelbortentraum ziert demnächst ein Regalbrett, draußen.




Halloooo, sieht mich jemand?
Oh leck, da hab ich ja mal eine, für meine Verhältnisse, extrem lange Blogbeitragspause aufs Parkett gelegt. Why?? Zum Einen ist ja der Sommer ausgebrochen und zum Anderen hat sich bei meinem Statistikprogramm, welches mir zahlentechnisch anzeigt, was sich so auf meinem Blog tummelt, einiges geändert. DSGVO wird da wohl die Ursache für sein. Also, seit dem Magic Day (25. Mai) beehrt mich pro Tag genau 1 Besucher, laut meiner Statistik. Das muss wohl ein Außerirdischer sein, denn normalsterbliche User werden nicht mehr gezählt.
Ist E.T. bei mir gelandet? Ein historisches Revival und keiner hat es mitbekommen. Oder ein eingesöderter, polizeitechnischer Geheimagent, der im Text nach einer versteckten „Gefährdungslage“ Ausschau hält? Ach, weiß der Geier was. Emotionstechnisch muss ich mich noch auf diese Situation einstellen.
Wenn so gar kein greifbarer Anhalts-Punkt mehr da ist, dann kommt schon ein Gefühl der unendlichen Weite und Stille auf. Ich gleite in meinem Häkelfieberblog durch geräuschlose, unermesslich weite Weiten. Ab und an ein kurzes Klopfen am Häkelnadelraumschifffenster. Jaa, ich stelle mir mein crousendes Häkelblogshuttle in Form einer Häkelnadel vor. Ups – vielleicht hat mich gestern, kurz nach 22 Uhr, jemand in den Himmel starten gesehen! 😉 Dieser Lichtpunkt – mein Häkelnadelshuttle! Glory, glory hallelu….. 🙂
„Häkelblograumschiff an Erde. Beginne mit der Aklimatisierung an Bord. Versuche regelmäßige und unregelmäßige Signale in die Weite abzusetzen. Ende.“ Knister, knister, rausch rausch…
Und jetzt noch ein paar thementechnisch total unpassende Bilder. Hab mir ein Mobile für den Garten zusammengezimmert.








Sorry Leser…
… mir fällt keine Überschrift ein. Sitze im frühmerlichen Garten. „Frühmer“ – nicht sonderlich angenehm über die Lippen gleitend, holpert es aus dem Sprechorgan in die Welt hinaus. Nicht meine Wortschöpfung. Neulich gelesen. Es ist eine Kombination aus Frühling und Sommer. Ach ja. Das Leben ist im Fluß. Alles ist einer beständigen Veränderung unterworfen – auch der Wortschatz. Mal zum Schönen, mal zum…
Ich will mich nicht in Sentimentalitäten ergießen. Wenn ich hungrig bin schlägt sich das Bauchgefühl auf meine Stimmung nieder. Oh, da bin ich machtlos. Mein Hungergefühl zwingt den Genuß des sommerlichen, mit Vogelgezwitscher gefüllten Gartentraumes – äh – Gartenraumes 😉 in die Knie. Hunger hat mich voll im Griff. Ich gebe mich geschlagen und trotte ins Haus zur Nahrungsaufnahme, um dieses gefräßige Teil meiner Selbst mit Nahrung zu versorgen. Jaaa, lasse „Defgem“ in mein Verdauungsorgan ergießen. Defgem – nicht sonderlich angenehm über die Lippen gleitend, holpert es aus dem Sprechorgan in die Welt hinaus. Schon meine Wortschöpfung. Gerade erfunden. Es ist eine Kombination aus Deftigem und Gemüse. Ach ja…
Diesen teilweise kulinarischen Beitrag garniere ich mit diversem bunten Allerlei.
Wünsche einen guten Appetit 🙂





